Neue Osnabrücker Zeitung
Dienstag, 09.07.2002

    Ovationen für vergessene Schätze
Ein Romantischer Opernabend im Haus Marck - Musikalische Seufzer"
   Tecklenburg (up)

"Sein Leben war ein einziger Seufzer", schrieb Heinrich Heine, als der junge Belcanto-Komponist Vincenzo Bellini starb. Vor allem junge Künstlerinnen von den Theatern aus Wuppertal und Osnabrück brachtem dem Publikum diese "musikalischen Seufzer" in der neu gestalteten Remise des Tecklenburger Wasserschlosses Haus Marck nahe.

Stefanie Schäfer, kommende Spielzeit Ensemblemitglied in Wuppertal, überraschte mit ihrer Partnerin Frau Mild immer wieder durch ihr großes Talent, höchste Gesangskunst und glänzendes Spiel zugleich. Dies zeigte sich bei dem ersten großen Auftragswerk des Vincenzo Bellini, der seit seinem sechsten Lebensjahr komponierte: Das ergreifende Duett aus "Fernando e Bianco", eine tiefe, zwar melancholisch aber doch schöne Sehnsucht - das ist Bellini und das war auch der Vortrag der beiden auch hervorragend darstellenden jungen Frauen. .... , wobei die Zuschauer allein durch den Ausdruck der Darstellerinnen und der Musik fast alles auch ohne Erklärung verstanden. ....

Aus dem an Vortragsstücken nicht so reichen Repertoir der Literatur für Mezzosopranistinnen gelangen Frau Schaefer an dem Abend einige große Solodarbietungen, etwa die "Habanera" aus Bizets Carmen, die sie mit außerordentlichem Temperament darbot. Noch ettliche weitere Schätze, teils fast vergessen, wurden an diesem Abend zu neuem Leben erweckt. Die Zuschauer dankten dies mit nicht enden wollenden "Standing Ovations."



Dienstag, 09.07.2002
    Mozart für Genießer
Erstmals Opernabend in der Remise
   Tecklenburg

.... Mit einer tiefgründigen Stimme und einer dennoch leuchtenden Höhe sang Stefanie Schaefer, Mezzosopranistin, zahlreiche Duette von Bellini und Mozart. ......



 

Dienstag, 09.07.2002
    Heroische Klangfülle und heitere Muse
Opernabend in der Remise des Wasserschlosses Haus Marck
   Tecklenburg, von Rainer Büse

.... Musikalisch kulinarisch war auch das sängerische Aufgebot. Marlene Mild (lyrischer Koloratursopran) und Stefanie Schäfer (Mezzosopran), beide von den Städtischen Bühnen Osnabrück, sensibel accompagniert von Brigitta Corneo am Klavier, waren in Stimme, Ausstrahlung und Temperament Garanten für einen festlichen Opernabend. ....

Spätestens in Mozart´s "Cosi fan tutte" drehten die beiden Damen mächtig auf und präsentierten volltönig und farbenfroh als Dorabella und Fiordiligi jene Leidenschaft, die in diesem drängenden Hormondiskurs Rage und Lyriszität genial verbindet.....

Doch je mehr sich beide Sängerinnen in die Lustigen Weiber von Windsor verwandelten (Brief-Duett) oder dem Charme der "Fledermaus" folgend die "Unschuld vom Lande" proklamierten (Adele / Marlene Mild) und champagnerselig als Orlowsky zur big Party einluden "Ich lade gern mir Gäste ein" (ganz vorzüglich und mit herrlichem Timbre: Stefanie Schäfer, eine Entdeckung!), desto applausfreudiger und mit Bravorufen keineswegs geizend erfreuten sich die Zuhörer.