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Wetterauer Zeitung

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Dienstag, 28. August 2012
  Zwei Seelen - eine Stimme - ganz viel Können

Sopranistin Stefanie Schaefer, Bariton Christian Grygas und Pianistin Britta Elschner brillieren bei den Burgfestspielen

Von Christine Fauerbach

 

Bad Vilbel (cf). Baritone küsst Mezzosopranistin Stefanie Schaefer lieber als Tenöre. Zumindest auf der Bühne wie sie bei ihrem Konzert "Zwei Seelen - eine Stimme" in der Wasserburg verriet. Aus diesem Grund fiel ihre Wahl bei der Matineevorstellung am Sonntag auf Bariton Christian Grygas als Partner. Virtuos auf dem Flügel begleitet wurde das stimmlich starke Duo von Pianistin Britta Elschner. Zum breit gefächerten Repertoire des Trios gehörten ebenso schöne wie bekannte Melodien aus Opern, Operetten und Musicals. Die Liebhaber klassischer Musik kamen in den Genuss von beliebten Ohrwürmern aus allen drei Genre.

Fliegende Rollen- und Kostümwechsel gehören zum beruflichen Alltag von Sängerinnen und Sängern auf Oper-, Operetten-und Musicalbühnen. Da Stefanie Schaefer ihr Metier perfekt beherrscht, wechselte sie mühelos von Hosen- in Divenrollen, von der Gemütslage durch ihre erste Liebe verwirrten Jünglinge in die rassiger Verführerinnen oder kecker Mädchen. In Mozarts "Figaros Hochzeit", in Johann Strauß' "Fledermaus" oder in der Arie aus dem Renaissanceakt von Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" spielte sie richtige Hosenrollen. Als Männer verführende barfüßige "Carmen" brillierte die Mezzosopranistin mit der Arie "Habanera", betörte mit "Es grünt so grün" aus "My Fair Lady" nicht nur Professor Higgins, sondern auch so manchen Zuhörer auf den Rängen.

Mit Franz Lehár half sie dem zaudernden Pimpinelli mit "Einmal möchte´ ich was Närrisches tun!" aus Paganini auf, die Sprünge und zum Ausbruch. Liebhabern wie dem jugendlichen, in die Liebe verliebten Pagen Cherubino aus "Figaros Hochzeit": ("Das ist eine der schönsten Hosenrollen) lieh sie beim Solo "Non so piu" ebenso perfekt ihre variationsreiche Stimme wie später dem reiferen Orfeo oder Prinz Orlovsky.



Foto: Christine Fauerbach
Foto: Christine Fauerbach

All diese Facetten beherrscht die gefeierte Frankfurter Mezzosopranistin, die am Dr. Hoch's Konservatorium studierte. Ebenbürtiger Partner bei Duetten wie "Meine Mama war aus Yokohama" aus Franz Lehárs "Victoria und ihr Husar" war Bariton Christian. Sein Können stellte er auch bei Soli wie "Maria" aus der West Side Story von Leonard Bernstein oder dem Auftrittslied "Bocaccio" aus "Der Prinz von Palermo" von Franz von Suppé eindrucksvoll unter Beweis. Das Duo bestach durch Vielseitigkeit und Souveränität in Musikstilen und -epochen. Einen Ausflug in die Welt der leichten Muse machte das Duo mit dem bekannten "Kriminaltango" des Hazy-Osterwald-Sextetts, "Ich tanze mit dir in den Himmel hinein" aus dem UFA-Filmklassiker "Sieben Ohrfeigen" oder dem Wunsche des aufgedrehten Blumenmädchens Eliza Doolittle, die keinen Schlaf findet, mit "Ich hätt getanzt heut Nacht". In ihrer Moderation führte die Mezzosopranistin ihr Publikum plaudernd in die Charaktere ihrer Figuren, gewährte Einblicke in ihre Arbeit als Opernsängerin.

Als vielversprechendes Nachwuchstalent erwies sich Alina Schaefer (15, Gretel, Sopran), die mit ihrer Mutter Stefanie Schaefer (Hänsel) das letzte Lied des offiziellen Programms, den "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck sang. Mutter und Tochter zeichneten sich durch ihre kristallklaren Stimmen und natürliche Ausstrahlung aus. Es gab stehende Ovationen für die vier Künstler. 






 


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