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Ost Thüringer Zeitung 
Mittwoch, 26. Januar 2011
  Zwiespältig: "Idomeneo" feiert Premiere im Theater Erfurt

Optisch steif aber musikalisch überzeugend inszeniert Patrick Bialdyga die Mozart-Oper in der Landeshauptstadt.


Von Angelika Bohn


Foto: Lutz Edelhoff/Theater Erfurt 
Idamantes (Stefeanie Schaefer)

Gera. Es ist die konzertante Anmutung, die diesen "Idomeneo" zu einem zwiespältigen Erlebnis macht. 

Meist stellt die Inszenierung (Patrick Bialdyga) mehr aus als dar. Selten haben die Akteure Gelegenheit, über ihre schönen Stimmen hinaus auch darstellerisches Können zu entfalten. Und worin der Sinn des Hin- und Herschiebens von Kulissenteilen (Bühne: Elisabeth Pedross) bestehen könnte, bleibt das Geheimnis des Regisseurs. Die Absicht, Stilbewusstsein zu zeigen, ist unübersehbar, ihr Ziel allerdings schwer auszumachen. 

Es geht um Krieg, große Katastrophen, Liebe und Vergebung. Und es geht um ein Menschenopfer, das König Idomeneo (Markus Petsch) Gott Poseidon versprochen hat. Doch der erste Mensch, dem der König in der Heimat begegnet, ist der eigene Sohn Idamante (großartig: Stefanie Schaefer). Idamantes Liebe zur Trojanerin Ilia (Marisca Mulder ) und das Wüten Elektras (Ilia Papandreau) vervollkommnen den Sturm der Gefühle, den Mozart in dieser wunderbaren Oper entfesselt. Samuel Bächli (musikalische Leitung) und das Philharmonische Orchester Erfurt finden zu einem schlanken Klang, homogen und überzeugend auch der Chor des Theaters, der wie auch die Sänger oft in ritualisierten Posen festsitzt. 

Dramatik hat allein die Musik zu bieten. Doch die macht auch diesen "Idomeneo" zu keinem verlorenen Abend. 


Videos und Fotos zu dieser Aufführung: 
Foto: Lutz Edelhoff/Theater Erfurt 
Idamantes