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Frankfurter Rundschau

Samstag, 19. Mai 2007

Zurück in der alten Schule - als berühmte Sängerin

Opernstar Stefanie Schaefer gibt ein Konzert vor Lehrern und Schülern des Lessing-Gymnasiums und entdeckt im Publikum sogar ihre Jugendliebe
VON Verena Schüller


Lieder zum Thema "Lebenslust und Liebesleid" sang Mezzosopranistin Stefanie Schaefer in ihrer ehemaligen Schule. Lehrer und Schüler des Lessing-Gymnasiums im Westend freuten sich über den Besuch der gefeierten Frankfurter Opernsängerin. Westend - "Hier hat alles begonnen", sagte Stefanie Schaefer vor ihrem Auftritt am Dienstagabend. "In dieser Aula habe ich meine ersten Soli gesungen." Von der fünften bis zur zehnten Klasse besuchte Schaefer das Lessing-Gymnasium im Westend. 1989 wechselte sie auf das Heinrich-von-Gagern Gymnasium, um ihr Abitur zu machen. Mittlerweile ist sie 34 Jahre alt und eine gefeierte Opernsängerin. Am Dienstag kehrte die Mezzosopranistin für ein Konzert in ihre alte Schule zurück.

"Lebenslust und Liebesleid" hieß es an diesem Abend im Lessing-Gymnasium. Schaefer begeisterte unter anderem mit Antonín Dvoráks Zigeunermelodien, Gustav Mahlers Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn", mit Alexander von Zemlinskys "Irmelin Rose" und anderen größtenteils bekannten Gesängen.

Am Klavier begleitete sie ihr Wuppertaler Kollege, der Pianist Michael Wendeberg. Die Idee zu diesem Konzert entstand über Schaefers Tochter Alina, die zur Zeit die fünfte Klasse des Lessing-Gymnasiums besucht. "Meine Tochter hat einige Lehrer, die auch mich schon unterrichteten", so die Mezzosopranistin, die mit ihrer Familie immer noch in Bockenheim wohnt. Nur ihre drei ehemaligen Musiklehrer seien leider schon im Ruhestand.

Schaefer wurde in Frankfurt geboren und sang bereits mit neun Jahren im Kinderchor des Hessischen Rundfunks. Während der Schulzeit absolvierte sie die Ausbildung zur C-Kirchenmusikerin, nach ihrem Studium am Dr. Hoch's Konservatorium debütierte sie am Staatstheater Wiesbaden. Seit 2002 ist sie festes Ensemblemitglied des Wuppertaler Opernhauses, wo sie fünf Jahre arbeitete. Ab Sommer diesen Jahres ist Schaefer am Staatstheater Darmstadt engagiert. "Meine Frau wollte gerne noch einmal ein Konzert in ihrer Heimat geben", sagte Schaefers Ehemann Walter, der das Konzert organisierte und die Karten verkaufte. Beim Lessing-Gymnasium hätten sie um die geeigneten Räumlichkeiten gewusst.

Rund 160 Verwandte, Freunde und Bekannte der Sängerin und an ihrer Musik Interessierte kamen zu dem Konzert. "Da ich sehr nah am Publikum stand", sagte Schaefer später, "musste ich mich darauf konzentrieren, nicht zu oft in die bekannten Gesichter zu gucken." Ebenfalls im Publikum entdeckte sie ihren ersten Freund, den sie damals während ihrer Schulzeit am Lessing-Gymnasium hatte.

Schulleiter Rupert Frankerl hofft darauf, dass dieser Abend nur der Anfang war. In der 2005 sanierten Aula sollen bald weitere Ehemalige auftreten. "Wir hatten viele musikalisch hervorragende Schüler, die später die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben."Durch die Konzertsaal-Akustik der Aula gebe es nun die Möglichkeit, Ehemalige unter dem Motto "Musik im Lessing-Gymnasium" einzuladen. Verena Schüller

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Dokument erstellt am 19.05.2007 um 00:12:09 Uhr
Erscheinungsdatum 19.05.2007 | Ausgabe: S | Seite: 32