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Bad Vilbeler BurgfestspieleGemeinsam singt es sich schöner

„Erste Blicke, letzte Küsse“ bot Mezzosopranistin Stefanie Schaefer den Bad Vilbeler Festspielbesuchern. Der Titel war zugleich Programm. Mit von der Partie waren Bariton Christian Grygas, Pianistin Britta Elschner und Stargast Alina Schaefer.
 

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Bad Vilbel. 

Temperamentvoll und wandlungsfähig spielte und sang Schaefer Geschichten und Lieder aus Oper, Operette und Musical. Die Themenvielfalt der musikalischen Erzählungen wurde vom Publikum gefeiert. Mit ihrem neuen Programm gastierte Schaefer bereits zum vierten Mal während der Festspiele in Bad Vilbel. Humorvoll und charmant erzählte sie zwischen ihren Rollen von der Vermittlung eines Künstlerlebens auf deutschen Opernbühnen.

Schaefer wurde in Frankfurt geboren und studierte dort am Dr. Hochs Konservatorium bei Karin Geber-Brandt. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie Solistin am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Mit neun Jahren begann sie ihren musikalischen Werdegang im Kinderchor des Hessischen Rundfunks. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Kirchenmusikerin und wurde Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. Mit warmen Mezzosopran bot sie dem Publikum „Lieder, die alle mit solchen Momenten zu tun haben, wo der erste Blick auf etwas gefallen ist“ und Begegnungen eine Rolle spielen.

Gemeinsame Partien

Christian Grygas lernte sie bei den Elbland-Festspielen 2011 kennen. Grygas wechselte nach dem Besuch der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg an die Musikhochschule Lübeck in das Fach Operngesang. Seit 2005 ist er Mitglied im Solistenensemble der Staatsoperette Dresden. Viele Partien sangen beide zur Freude des Publikums gemeinsam, wie „Weiße Rosen“ von Nana Mouskouri, „Nur das eine bitt’ ich dich“ aus dem „Bettelstudenten“ von Carl Millöcker und ein Stück nach Abstimmung des Publikums.

Zuschauer durften sich einen Duett-Titel für das Konzert wünschen. Favorit wurde „Tonight“ aus der West Side Story. Die Gewinner Inge Class und Heinz van Lipzig aus Bad Vilbel freuten sich in der Pause über ein Glas Sekt. Das Publikum zeigte sich angetan von der gelungenen Mischung aus Liedern und Geschichten.

Zu denen fiel auch Grygas musikalisch immer wieder etwas ein, das er mit dem einleitenden Satz „Ich hab’ da mal was vorbereitet“ zum Besten gab. Das Publikum erlebte ihn in der Arie des Onegin aus „Eugen Onegin“ von Tschaikovsky, „Ich grolle nicht aus der Dichterliebe“ von Schumann oder in „Ich hasse Kinder“ aus „Emil und die Detektive“ von Schubring. Schaefers Tochter Alina ist seit drei Jahren dabei. Nach ersten Schritten in Darmstadt und Wuppertal sowie Auftritten in Chören und solistisch, studiert sie ab Herbst am Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt Gesang. „Die Partie der Hodel in Anatevka habe ich besonders geliebt, jetzt singt Alina diese Partie“, leitete Schaefer zu Hodels Abschied vom Vater aus Anatevka hin.

Kanon angestimmt

Immer wieder nahm Schaefer sich selbst auf den Arm, erzählte von Schwierigkeiten und stimmlichen Herausforderungen, wie in „Amarilli mia bella“ der Arie „Antiche“ von Caccini. „Ich brauchte drei Anläufe, um auf dem Vokal A das Lied anzufangen. Heute kann ich das“, sagte sie. Um den Glockenklang der benachbarten Kirche geschickt zu überspielen, stimmte Schaefer gemeinsam mit dem in drei Gruppen unterteilten Publikum den Kanon „Bruder Jakob“ an. Mit „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ entließ Alina Schaefer das Publikum.