Achtbar!
Von
Dr. Wolfgang Borchers
WUPPERTAL
* Mit der Premiere von Tschaikowskys >>Eugen Onegin<< ist den Wuppertaler
Bühnen eine alles in allem hoch achtbare Produktion gelungen. Die
Inszenierung von Ulrich Hub siedelt das Werk in schlicht-funktionalen Bühnenbildern
von Markus Meyer in der Mitte des 20. Jahrhunderts an - eine Ästhetik,
die anspricht. Einige hölzerne Details der Personenführung sowie
diverse nicht zu Ende geführte Ansätze werden ausgeglichen durch
stimmungsvolle Komponenten auf der anderen Seite.
Musiziert wird höchst achtbar, das
Orchester unter der Leitung von Martin Braun erlaubt sich keinerlei Ausfälle,
und das insgesamt homogene Solistenensemble wird gekrönt von den Interpreten
von Onegin und Olga (Foto). Kay Stiefermann hat eine ansprechende Bühnenerscheinung
und eine schlanke, biegsame Stimme. Die Zeichnung der Figur gerät
ihm etwas zu Danilo-haft, in dieser Interpretation jedoch konsequent. Stefanie
Schaefer stattet die Olga mit bestechender Vitalität und exquisiter
musikalischer Interpretation aus. Neben diesen beiden charismatischen Persönlichkeiten
schlagen sich die übrigen Solisten achtbar. ...... |