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My Fair Lady hat Format und Klasse bekommen
25. April 2004 / Schauspielhaus Wuppertal

Von Gerhard Menzel / Foto von Milena Holler
 

Nach der nicht sehr überzeugenden Premiere am 5. März 2004 hat sich My Fair Lady zu einer wirklich überzeugenden Produktion gemausert.
 
Thomas Braus (Professor Henry Higgins) 
und Stefanie Schaefer (Eliza Doolittle). 

 Klangbeispiel: "Ich hätt' getanzt heut' Nacht..."  (MP3-Datei)

 Vor allem Thomas Braus als Professor Henry Higgins brilliert inzwischen in jeder Beziehung und wird damit zum Mittelpunkt der Aufführung. Auch Andreas Möckel als Alfred P. Doolittle wirkt deutlich "gealtert", wodurch man ihm den Vater Elizas nunmehr vorbehaltlos abnimmt. Bernd Kuschmann als Oberst Pickering und Ingeborg Wolff als Mrs. Higgins sind auch weiterhin eine Klasse für sich.

Wesentlich glaubwürdiger wirkt auch die Entwicklung Elizas vom ordinären Blumenmädchen zur vornehmen Dame. Stefanie Schaefer, die mit der herrlich sächseln könnenden Schauspielerin Anja Barth alterniert, hat vor allem in der Oper Orfeo von Luigi Rossi während des "Orpheus-Festes" der Wuppertaler Bühnen zu Beginn der Spielzeit überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Hier gelingt es ihr - neben ihrem überlegten darstellerischen Einsatz - nun vortrefflich, nicht nur die zahlreichen musikalischen Nummern mit nuancenreicher und stets präsenter Stimme zu gestalten, sondern auch die gesprochenen Dialoge (was für Opernsängerinnen nun wirklich nicht selbstverständlich ist).

Unter der musikalische Leitung von Vladislav Karklin musiziert das Sinfonieorchester der Wuppertaler Bühnen (meist) aufmerksam und beschwingt und sorgt damit für ein Hörvergnügen, das sein Äquivalent in der sehenswerten Ausstattung, den flotten Choreographien und dem pointierte Spiel der Protagonisten findet.

Rezension der Premiere am 5. März 2004
 
 
 

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Fotos zu dieser Aufführung:
Foto: Milena Holler
Eliza

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