Westdeutsche Zeitung
Montag, 23. April 2007
Romantische Hingabe und keckes Gehabe
LIEDERABEND
Stefanie Schaefer glänzt in der Immanuelskirche.
von Hartmut Sassenhausen
Dass Mezzosopranistin Stefanie Schaefer eine ausgezeichnete Opernsängerin ist, hat sie in
Wuppertal schon oft unter Beweis gestellt. Am Freitagabend wechselte sie das Fach und gab in der
Immanuelskirche ein Konzert mit anspruchsvollen Liedern. Der gerechtfertigte lang anhaltende
Schlussapplaus sprach für sich, denn auch dieses Metier beherrscht sie perfekt.
Sie begeisterte mit Vertonungen aus der Volksliedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" von Gustav Mahler,
Alexander von Zemlinskys Liederzyklus "Irmelin Rose und andere Gesänge" und Antonín Dvoráks
sieben "Zigeunermelodien". Mit ihrer beweglichen und in allen Stimmlagen sicheren Stimme verstand es
Schaefer ausgezeichnet, die den Liedern inne wohnenden Stimmungen packend darzustellen. Warmer Humor,
übermütige Fröhlichkeit, keckes Gehabe vermittelte sie ebenso plausibel wie romantische Hingabe zur
Natur, Tragik und Leid.
Mit Michael Wendeberg stand ihr ein hervorragender Pianist zur Seite. Seine nuancierte
Anschlagskultur und Pedaltechnik ließen keine Wünsche offen. Mit seinem mitatmenden Spiel zeichnete
er sich als erstklassiger Liedbegleiter aus. "Selbstgefühl" aus den "Wunderhorn"-Vertonungen war der
passende Schluss dieses großartigen Abends.