Darmstädter Echo
Dienstag,
18. September 2007
Soli fan tutti
VON anne, 18.09.07
DARMSTADT. Mit einem Programm selten gehörter Werken ist die Kammerkonzertreihe Soli fan tutti des
Darmstädter Staatstheaters am Sonntag in die neue Saison gestartet. Dabei standen solistische
Kompositionen für Oboe und Gesang im Mittelpunkt. Zunächst bewies Sebastian Röthig in Mozarts
Oboen-Quartett F-Dur (KV 370) neben virtuoser Könnerschaft in den Ecksätzen auch beeindruckendes Gespür
für die Tongestaltung im Adagio. Heidrun Finke, die wie Röthig Oboistin am Staatstheater ist,
bewältigte mit Bravour und großem Atem die Variationen für Harfe und Oboe von Henry Brod nach
einer Oper von Rossini, die eine nette Bearbeitung Rossinischer Themen darstellten. Marianne Bouillons
steuerte die klangmächtige Harfenbegleitung bei.
Gelegenheit, sich als Liedsängerin vorzustellen, hatte anschließend die Mezzosopranistin Stephanie
Schaefer, seit Beginn dieser Saison im Darmstädter Opernensemble. Als Entdeckung erwies sich dabei der
dreiteilige Zyklus Was noch lebt. . . des 1933 geborenen André Volkonsky, der mit Zwölftontechnik ein
düsteres Bild des in die Natur gestellten Menschen zeichnet. Über eine fragmentarische, immer wieder
abbrechende Streichtriobegleitung setzte Schaefer ihren ausdrucksstarken und gut artikulierten Gesang,
der sich optimal der Stimmung der Lieder anpasste. Mehr Möglichkeiten boten danach Lieder von Adolf
Busch, Richard Strauss und Johannes Brahms, die Schaefer leidenschaftlich ... gestaltete. Schaefer
wurde dabei auch von Michael Veit auf dem Cello und Wiltrud Steinhausen am Klavier begleitet, die einen
dezenten und bestens aufeinander abgestimmten Hintergrund für die Sängerin bereiteten.
Das Konzert im Haus der Geschichte endete mit einem heiteren Klaviertriosatz von Beethoven, den
Almuth Luick (Violine), Kanghao Feng (Cello) und Jing Xiang (Klavier) mit viel Witz interpretierten.
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