Solinger Tagblatt 

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Montag, 8.12.2003


Mit Musik in die Skaterhalle
Der Männergesangverein Solingen-Wupperhof, das Rotary OrchesterDeutschland unter Romely Pfund und die Gesangssolistin Stefanie Schaefer begeisterten bei der Benefiz-Gala im Konzertsaal

(KG) Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen kommt der privaten Initiative zur Finanzierung von Gemeinschaftsaufgaben größte Bedeutung zu. Ein nachahmenswertes Beispiel gaben die Wupperhofer und der Rotary Club, die am Samstag mit einem Benefiz-Gala-Konzert im ausverkauften Konzertsaal den Betrieb der neuen Skaterhalle am Mühlenhof endgültig sicherten.
Oberbürgermeister Franz Haug wusste denn auch das Engagement gebührend zu würdigen und zeigte sich in seiner Eröffnungsansprache als, kenntnisreicher Musikfreund. Schade nur, dass die Arie des Orsini aus der von ihm erläuterten Oper „Lucrezia Borgia" aus dem Programm genommen war.
Zum ersten Mal in Solingen stellte sich das Rotary Orchester Deutschland vor. Es besteht aus musikalisch ambitionierten Clubmitgliedern, die - mit ein wenig professioneller Hilfe - einen sin­fonischen Klangkörper von beachtlicher Qualität bilden. Romely Pfund, die dankenswerter Weise das Dirigat übernommen hatte, führte die Musiker nach einer kleinen Einspielphase zu prächtigen Leistungen. Nach dem Beginn mit Bizets „L'Arlesienne Suite" erreichte das Orchester mit Carmen-Ausschnitten und in der Begleitung von Chor und Solistin nahezu professionelles Niveau.

Wupperhofer glänzten
mit Toreromarsch

Die Wupperhofer glänzten sogleich mit dem vollstimmig dargebotenen Toreromarsch. Mit den Chören aus Opern von Bellini, Gounod, Verdi und Weber hätten sie unter ihrem Leiter Heinz Rolf Fliersbach an jedem Stadttheater Ehre eingelegt.

Schon mit ihrer ersten Arie faszinierte Gesangssolistin Stefanie Schaefer durch ihr reizvoll herbes Mezzotimbre. Dazu bestach sie mit sicherer Musikalität und starkem Ausdruck. Im zweiten Teil gewann sie als rassige Operettendiva vollends die Herzen des Publikums. Als sie dann noch mit umwerfendem Temperament als Zugabe das köstliche „Schwipslied" aus „Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss servierte, wollte der Jubel nicht enden.

Strauss' Walzer „An der schönen blauen Donau" gilt zu Recht als Glanzstück der Wupperhofer. Zusammen mit dem Rotary Orchester, das zudem noch mit einer Zugabe brillierte, brachten sie ihn wieder zu schönster Wirkung. Am Ende entließ der Chor die dankbaren Zuhörer mit einem delikat gesungenen „Stille Nacht, heilige Nacht" in den winterlich kalten Abend und in die Adventszeit.



Musikaufnahmen zu dieser Aufführung:
Siebel
Meine Lippen, sie küssen so heiß
Schwipslied aus "Eine Nacht in Venedig"


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