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Westfälicher Anzeiger
Dienstag, 26. November 2002
    Auszüge aus dem Artikel:
"Der Bär der Leidenschaft"
Ulrich Hub inszeniert in Wuppertal Tschaikowskys "Eugen Onegin" als großartiges Seelengemälde mit glanzvoller Musik
   Von Anja Hirsch

Es ist ein Stoff der nie veraltet: Peter Tschikowskys Oper "Eugen Onegin" erzählt kein musikalisches Märchen, aber in märchenhafter Musik von den unstillbaren Sehnsüchten der Menschen. Glück gibt es höchtens einsam in der Phantasie. Die Realität erlaubt nur Kompromisse.....

... Der Bär verdoppelt optisch, was die Musik noch bewegender vermittelt: aufgewühlte Seelengemälde, leidenschaftlich interpretiert - das Ensemble auf der Bühne samt Chor, Extrachor ... und Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von Martin Braun ziehen an einem Strang, großartig ergießt sich ein Klang schmerzlich-stiller Trauer über den Abend, ohne die Grenze zur Pathetik zu überschreiten.

.... Die Inszenierung lebt von Farben: trist-trüb die Realebene, und dazu gehören das Bauernvolk ebenso wie Olga (Stefanie Schaefer), romantisch-verspielte Farbtupfer setzt ihre Schwester Tatjana (Friederike Meinel).....

... Kay Stiefermann ist ein ebenso eleganter wie leidenschaftlicher Onegin, Pieter Roux sein unverkünstelter Kontrapart Lenskij, verbändelt mit der heiteren Stefanie Schaefer. Allen voran lotet Friederike Meinel ihre Rolle in allen Bereichen aus, und dieser Aufführung steht der Gesang dem Spiel in nichts nach - eine selten einmütige Verbindung.
 
 


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