Westdeutsche Zeitung
Montag, 4. November 2002
Von Silvia AdlerAuszüge aus dem Artikel:
"Wette als Kinderstreich"
Alternativbesetzung in Mozarts "Cos fan tutte" im Opernhaus
Wieder thronten Dorabella und Fiordiligi in weißen, blütenreinen Kleidern auf hohem Sockel. Wieder ließen Ferrando und Guglielmo, tief unter ihnen stehend, auf dem erdverkrusteten Bühnenboden ihre Verführungskünste spielen. Auch wenn die Bilder äußerlich gleich blieben, war bei der zweiten Aufführung von "Cosi fan tutte" vieles anders als bei der Premiere.
Schon
im Eingangsterzett setzte die alternative Besetzung deutlich andere Akzente.
... Es dominierten die lyrischen Töne, was dem Ensemble ausgesprochen
gut tat ......
Während die Männer
den heiteren Rahmen des Dramma giocoso nur selten sprengten, begaben sich
die Frauen mutig ins Inferno der Leidenschaft. Stefanie Schaefer verkörperte
eine blutjunge äußerst temperamentvolle Dorabella. Ihr kultivierter
Mezzosopran überzeugte vor allem in den lyrischen Passagen, in denen
das klare Timbre voll zur Geltung kam. ..... Das Publikum bedachte auch
die zweite Besetzung mit euphorischem Beifall.